Das Wesen des Buddhismus

Das Wesen des Buddhismus als persönliche Anschauung

Buddhismus ist die einzige Religion, die keinen Schöpfer-Gott kennt. Der Mensch steht im Mittelpunkt des Daseins. So gibt es kein Dogma, sondern der Buddhismus existiert in vielfältigen Formen und ist, in sich, in seiner ganzen Entwicklung, niemals vollendet. So ist er in seiner ursächlichen Form eher als Denktradition oder Geisteswissenschaft (Philosophie) zu betrachten. So gibt es auch Buddhisten, die an einen oder mehrere Götter glauben.

Buddha selbst, war ein Mensch und sah sich selbst niemals als Gott oder Überbringer der Lehre eines Gottes. Die Schöpfung ist kein Werk eines Gottes, sondern eine innere Funktion des Universums. Dies gilt es zu erkennen. Er stellte klar, dass er die Lehre, nicht auf Grund irgend einer göttlichen Offenbarung erhielt, sondern einzig und allein durch eigene meditative Schau. So entsteht das tiefes Verständnis der Natur und des eigenen Geistes. Alles ist in der Natur untrennbar vereint. Diese Erkenntnis ist auch jedem zugänglich, sofern man dieser Lehre und Methode auch im Innersten folgt. Die Eigenverantwortung des Menschen steht im Mittelpunkt.

Darin liegt auch der grundlegende Unterschied des Buddhismus zu den monotheistischen Religionen, wie zum Beispiel Christentum, Judentum oder Islam. Kein Gott und auch keine ewige Seele bestimmen das Sein, sondern immer die eigene Erkenntnis. Die buddhistische Lehre, existiert in vielfältigen Formen, die sich selbst weiter entwickeln und gestalten. In diesem Sinne ist Buddhismus eine Anschauung vom Leben. Dabei geht es um keinen Glauben, sondern um die Erkenntnis und Selbsterkenntnis, wie das Leben wirklich ist, und nicht wie es sein soll.

Grundlage des Buddhismus sind die drei Daseinsmerkmale und die vier edlen Wahrheiten vom Leiden. Zur Befreiung von diesen Leiden führt der achtfache Pfad, unter Beachtung der fünf Tugendregeln.

Die drei Daseinsmerkmale

ANICCA
Alles ist vergänglich und nichts von ewigem Bestand

DUKKHA
Das Leben im Daseinskreislauf ist leidvoll.

ANATTA
Alle Dinge und Phänomene sind ohne eigentlichen Wesenskern. Es existiert kein getrenntes Ich und keine ewige Seele.

Die vier edlen Wahrheiten

DUKKHA
Das Leben im Daseinskreislauf ist leidvoll.

SAMUDAYA
Die Ursachen des Leidens sind Begehren, Abneigung und Unwissenheit.

NIRODHA
Durch das Erlöschen der Ursachen erlischt das Leiden.

MAGGA
Zum Erlöschen des Begehrens und damit des Leidens führt der Achtfache Pfad.

Der achtfache Pfad

(„recht“ im Sinne von „vollkommen“)

Rechte Anschauung bzw. Rechte Erkenntnis
Anerkennung der Vier Edlen Wahrheiten und das Erkennen, wie Leiden entsteht. Ursachen des Leidens sind Unwissenheit und falsches Wissen, wodurch Gier und falsche Gefühle, wie Ablehnung, Hass und Zorn entstehen. Das Alles ist leidvoll.

Rechte Gesinnung und Entschluss
Das bedeutet, in der inneren Einsicht zu handeln, indem man nicht hasst und allen Lebewesen gegenüber Wohlwollen zeigt.

Rechte Rede
Basis ist das Vermeiden von Lügen, Verleumdungen, beleidigendes Schimpfen, Hass, unnützes Gerede und Klatsch. Wie die Gedanken selbst, soll die Rede heilsam, nützlich und wahr sein. Ein Wort ist vollkommen, wenn es zur rechten Zeit gesprochen wird, wahr, höflich und zweckmäßig ist und aus liebevoller Gesinnung kommt.

Rechtes Handeln
Das eigene Leben soll den fünf Tugendregeln des Buddhismus folgen. Taten, die für mich oder Andere beschwerend sind, sollen vermieden werden.

Rechter Lebenserwerb
Das bedeutet, einen Beruf auszuüben, der anderen Lebewesen nicht schadet.

Rechtes Streben
Damit wird der Wille bezeichnet, Gefühle wie Begierde, Hass, Zorn, Ablehnung und gleichartige Dinge zu kontrollieren und zu zügeln.

Rechte Achtsamkeit
Dies betrifft den Körper, das innere Bewusstsein, alle Körperfunktionen, wie der Atmung und der Bewegung. Weiterhin heißt es aber auch, ganz bei einer Sache oder Person zu sein, mit der man im Augenblick konfrontiert ist. Tue immer nur eine Sache, diese aber richtig und bis zum Ende.

Rechte Sammlung

Das ist ist die Fertigkeit seinen eigenen, unruhigen oder abschweifenden Geist unter Kontrolle zu haben. Das Konzentrieren auf den Augenblick ist der Weg.

Die fünf Tugendregeln

Diese einfachen Regeln sind nicht als Gebote oder Verbote, sondern lediglich als grobe Orientierung, als einfache Übung, zu sehen. Es gibt im Buddhismus keine Dogmen und niemand wird angefeindet, wenn er sich nicht zu allen Tugendregeln bekennt. Die Entscheidung liegt bei Jedem selbst. Das ist der gewaltige Unterschied zu allen anderen Religionen.


Du sollst kein Lebewesen töten oder verletzen. Du sollst nichts zu nehmen, was Dir nicht freiwillig gegeben wird. Gib Dich keinen anstößigen sexuellen Freuden hin. Lüge nicht und sprich wohlwollend. Konsumiere keine berauschenden Substanzen, die das Bewusstsein trüben.